Ratgeber

Solaranlage mieten oder kaufen: Was sich 2026 für Sie rechnet

Eine 10-kWp-Anlage kostet 2026 rund 12.000 bis 16.000 Euro in der Anschaffung – oder ab etwa 90 Euro Miete im Monat, ohne Eigenkapital. Beide Wege führen zu Solarstrom vom eigenen Dach, aber sie unterscheiden sich über 20 Jahre um mehrere tausend Euro. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, für wen sich was lohnt – und wo die Fallstricke im Kleingedruckten stecken.

Die kurze Antwort vorweg

Wenn Sie das Kapital haben oder einen günstigen Kredit bekommen, ist Kaufen über die Laufzeit fast immer günstiger – oft 5.000 bis 12.000 Euro Vorteil bei einer typischen Einfamilienhaus-Anlage. Mieten lohnt sich vor allem, wenn Sie kein Geld binden wollen, sich um nichts kümmern möchten oder unsicher sind, wie lange Sie im Haus bleiben. Für gewerbliche Hallen- und Freiflächen gibt es zusätzlich die Dachpacht: Sie stellen die Fläche, ein Partner baut und betreibt – Sie zahlen nichts und bekommen Pacht.

Was der Kauf 2026 wirklich kostet

Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage mit Speicher liegt 2026 je nach Region und Dach bei etwa 14.000 bis 20.000 Euro; ohne Speicher bei rund 11.000 bis 15.000 Euro. Auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer mehr an (0-Prozent-Satz gilt weiter). Bei einem Eigenverbrauch von 30 bis 40 Prozent und der Einspeisevergütung von rund 7,9 Cent/kWh (Stand 2026, halbjährliche Degression) amortisiert sich eine gut geplante Anlage meist in 10 bis 14 Jahren – bei 25 bis 30 Jahren Lebensdauer bleiben also über ein Jahrzehnt fast reiner Ertrag.

Wie das Mietmodell funktioniert – und was es kostet

Beim Mieten zahlen Sie eine feste Monatsrate, typisch 80 bis 180 Euro je nach Anlagengröße, meist über 20 Jahre. Enthalten sind in der Regel Planung, Montage, Versicherung, Wartung und Reparaturen. Rechnen Sie nach: 120 Euro über 240 Monate sind 28.800 Euro – deutlich mehr als der Kaufpreis derselben Anlage. Dafür haben Sie null Anschaffungskosten, kalkulierbare Fixkosten und kein Reparaturrisiko. Am Ende der Laufzeit können Sie die Anlage oft für einen symbolischen Betrag übernehmen – prüfen Sie, ob das im Vertrag steht.

Der ehrliche Kostenvergleich über 20 Jahre

Beispiel 10-kWp-Anlage ohne Speicher: Kauf für 13.000 Euro, dazu grob 200 Euro pro Jahr für Versicherung und Wartung – Summe nach 20 Jahren rund 17.000 Euro, und die Anlage gehört Ihnen und läuft weiter. Miete für 110 Euro im Monat: 26.400 Euro nach 20 Jahren, danach meist optionale Übernahme. Die Differenz von rund 9.000 Euro ist der Preis für Bequemlichkeit und null Eigenkapital. Wer finanziert, sollte den Kreditzins gegen die implizite Miet-Verzinsung stellen – bei aktuellen Konditionen schlägt der Kauf per Kredit die Miete oft trotzdem.

Steuern, Förderung und Eigentum – die stillen Faktoren

Käufer profitieren voll vom 0-Prozent-Mehrwertsteuersatz und vom steigenden Wert des selbst genutzten Stroms, wenn die Strompreise klettern. Vermietete Anlagen sind bequemer, aber die Ersparnis bei Ihnen ist kleiner, weil der Anbieter seine Marge über die Rate verdient. Eigentum kann außerdem den Immobilienwert erhöhen und ist bei einem Verkauf ein Plus. Für Vermieter und Firmen lohnt sich der Blick auf steuerliche Abschreibung – das ist ein Fall für den Steuerberater, keine Pauschalregel.

Sonderfall: Dachpacht ohne Eigeninvest

Für große gewerbliche Dächer, Hallen und Freiflächen gibt es einen dritten Weg: die Dachpacht. Sie verpachten die Fläche, ein Partner plant, baut und betreibt die Anlage komplett auf eigene Kosten – Sie zahlen keinen Cent und erhalten stattdessen eine jährliche Pacht. Das ist attraktiv, wenn Sie die Investition nicht selbst stemmen wollen oder das Kerngeschäft woanders liegt. Rechnen wird sich das vor allem ab einigen hundert Quadratmetern nutzbarer Fläche.

So entscheiden Sie richtig

Kaufen Sie, wenn Sie Kapital oder einen guten Kredit haben, langfristig im Haus bleiben und den maximalen finanziellen Vorteil wollen. Mieten Sie, wenn Ihnen planbare Fixkosten und ein Rundum-sorglos-Paket wichtiger sind als die letzten Euro Rendite. Prüfen Sie die Dachpacht, wenn Sie große Flächen haben und ohne Eigeninvest Erträge erzielen möchten. In allen Fällen gilt: Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern Komponenten, Garantie und Servicezusagen.

Häufige Fragen

Ist Mieten oder Kaufen einer Solaranlage günstiger?

Über die volle Laufzeit ist Kaufen fast immer günstiger, oft mehrere tausend Euro. Mieten kostet mehr, dafür entfallen Anschaffung, Wartungsaufwand und Reparaturrisiko.

Was kostet eine Solaranlage 2026?

Eine typische 10-kWp-Anlage ohne Speicher liegt bei rund 11.000 bis 15.000 Euro, mit Speicher bei etwa 14.000 bis 20.000 Euro. Auf Kauf und Montage fällt keine Mehrwertsteuer an.

Lohnt sich eine Solaranlage überhaupt noch bei niedriger Einspeisevergütung?

Ja, weil der eigentliche Hebel der Eigenverbrauch ist: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart teuren Netzstrom. Die Einspeisevergütung von rund 7,9 Cent ist nur ein Bonus obendrauf.

Was ist Dachpacht und für wen lohnt sie sich?

Bei der Dachpacht baut und betreibt ein Partner die Anlage auf Ihrer Fläche, Sie zahlen nichts und bekommen Pacht. Das lohnt sich vor allem für große gewerbliche Dächer und Freiflächen ohne Eigeninvest.

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