Photovoltaik richtig versichern: der ehrliche Ratgeber 2026
Eine PV-Anlage auf dem Dach ist schnell 15.000 bis 30.000 Euro wert und läuft 20 bis 30 Jahre draußen im Wetter. Trotzdem ist die Versicherung der Teil, über den beim Kauf am wenigsten geredet wird. Dieser Ratgeber zeigt, welchen Schutz Sie wirklich brauchen, was er kostet und wo Sie sich Geld sparen können.
Reicht die Wohngebäudeversicherung, oder braucht man eine eigene Police?
Die Kernfrage vorweg: Eine dachmontierte PV-Anlage gilt in vielen Wohngebäudeversicherungen als mitversicherter Gebäudebestandteil, aber nur gegen die klassischen Gefahren Feuer, Sturm ab Windstärke 8, Hagel und Leitungswasser. Der teuerste reale Schadenfall, ein Defekt der Elektronik oder des Wechselrichters ohne äußere Ursache, ist damit fast nie abgedeckt. Prüfen Sie Ihre bestehende Police auf einen konkret genannten PV-Einschluss inklusive Betrag; steht dort nichts, ist die Anlage im Zweifel nicht mitversichert. Für viele Eigentümer ist deshalb eine eigene Photovoltaikversicherung (auch Photovoltaik-Allgefahrenversicherung genannt) die sauberere Lösung.
Was eine PV-Versicherung 2026 wirklich kostet
Für eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 8 bis 12 kWp liegen die Jahresprämien 2026 meist zwischen 60 und 150 Euro, abhängig von Leistung, Standort und Selbstbeteiligung. Als grobe Faustregel kalkulieren viele Versicherer 0,3 bis 0,6 Prozent der Anlagensumme pro Jahr. Eine 20.000-Euro-Anlage kostet im Schutz also überschlägig 60 bis 120 Euro jährlich. Eine höhere Selbstbeteiligung von 150 statt 0 Euro drückt die Prämie spürbar, ohne dass Sie bei einem Totalschaden viel verlieren.
Allgefahrendeckung: der Punkt, an dem sich Policen unterscheiden
Der entscheidende Unterschied zwischen einer guten und einer billigen Police ist die Allgefahrendeckung. Sie zahlt nicht nur bei benannten Gefahren, sondern grundsätzlich bei allem, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist: Marderbiss, Überspannung nach Blitz in der Nachbarschaft, Bedienfehler, Diebstahl der Module, Schneedruck und eben der defekte Wechselrichter. Der Wechselrichter ist das statistisch häufigste Bauteil, das vorzeitig ausfällt, und kostet im Austausch schnell 1.000 bis 2.500 Euro. Achten Sie außerdem darauf, dass Demontage-, Montage- und Fehlersuchkosten mitversichert sind, denn die machen bei einem Dachschaden oft mehr aus als das Bauteil selbst.
Ertragsausfall: der Baustein, den die meisten unterschätzen
Wenn die Anlage nach einem Schaden wochenlang stillsteht, verlieren Sie nicht nur die Reparaturkosten, sondern auch den Strom, den Sie in der Zeit nicht selbst nutzen oder einspeisen. Gute Policen enthalten eine Ertragsausfallversicherung, die diesen entgangenen Ertrag für eine definierte Zeit ersetzt, oft pauschal pro Tag ab dem Schadenzeitpunkt. Für eine reine Eigenverbrauchsanlage ohne nennenswerte Einspeisung ist dieser Baustein weniger wichtig; wer stark einspeist oder eine größere Anlage betreibt, sollte ihn dagegen nicht weglassen.
Haftpflicht und Batteriespeicher nicht vergessen
Zwei Punkte gehen im Kleingedruckten oft unter. Erstens die Betreiberhaftpflicht: Löst sich ein Modul und beschädigt das Nachbarauto oder verletzt jemanden, haften Sie als Anlagenbetreiber. Viele Privathaftpflichtpolicen schließen kleine Aufdachanlagen inzwischen mit ein, aber verlassen Sie sich nicht darauf, sondern lassen Sie es sich schriftlich bestätigen. Zweitens der Batteriespeicher: Ein Heimspeicher mit 5 bis 10 kWh kostet 4.000 bis 8.000 Euro und muss ausdrücklich in der Versicherungssumme enthalten sein, sonst zahlt der Versicherer im Schadenfall nur anteilig.
Worauf Sie beim Vergleich konkret achten sollten
Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern die Substanz. Prüfen Sie diese fünf Punkte: echte Allgefahrendeckung statt reiner Gefahrenauflistung, Versicherung zum Neuwert (nicht Zeitwert, sonst gibt es nach zehn Jahren nur noch einen Bruchteil), Einschluss von Wechselrichter und Speicher in der Summe, mitversicherte Montage- und Fehlersuchkosten und einen Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit als Ausschlussgrund. Zwei Policen zum gleichen Preis können sich im Leistungsumfang massiv unterscheiden, und genau dort entscheidet sich, ob Sie im Schadenfall Geld sehen.
So läuft der Vergleich über Wattfuchs
Wattfuchs ist ein Solar-Vergleichsportal der Flexility GmbH aus Berlin. Sie stellen Ihre Anlagendaten einmal ein, und ein geprüfter Verbund aus Fachpartnern erstellt Ihnen passende Angebote, statt dass Ihre Anfrage als Lead an beliebige Dritte weiterverkauft wird. Der Vergleich ist kostenlos und unverbindlich. Wer noch keine Anlage hat, aber ein geeignetes Dach, kann optional das Modell Dachpacht prüfen: Ein Partner errichtet und betreibt die Anlage, Sie stellen die Fläche und zahlen nichts aus eigener Tasche.
Häufige Fragen
Ist meine Photovoltaikanlage über die Wohngebäudeversicherung mitversichert?
Oft nur teilweise, und nur gegen benannte Gefahren wie Feuer, Sturm und Hagel. Elektronikdefekte und Wechselrichterausfälle sind meist nicht abgedeckt. Prüfen Sie, ob die Anlage samt Betrag ausdrücklich in Ihrer Police genannt ist.
Was kostet eine PV-Versicherung pro Jahr?
2026 meist 60 bis 150 Euro jährlich für eine Einfamilienhaus-Anlage, grob 0,3 bis 0,6 Prozent der Anlagensumme. Eine kleine Selbstbeteiligung senkt die Prämie deutlich.
Was ist eine Allgefahrendeckung und warum ist sie wichtig?
Sie zahlt bei allem, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist, also auch bei Marderbiss, Bedienfehler, Diebstahl und dem häufigen Wechselrichterdefekt. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen einer guten und einer billigen Police.
Muss der Batteriespeicher extra versichert werden?
Er muss ausdrücklich in der Versicherungssumme enthalten sein. Ein Speicher kostet 4.000 bis 8.000 Euro; fehlt er in der Summe, zahlt der Versicherer im Schadenfall nur anteilig.
Angebot vergleichen
Eine gute PV-Versicherung steht und fällt mit der Allgefahrendeckung und der richtigen Versicherungssumme, nicht mit dem niedrigsten Preis; wer beides sauber vergleichen will, kann das über Wattfuchs kostenlos und ohne Lead-Verkauf tun.